Mwanza Tag 9 & 10

Schon sind wieder zwei Tage dieser Woche vorbei.

Am Montag als wir uns auf den Arbeitsweg machten haben wir bemerkt, dass uns keine Ärzte begegnet sind wie an allen anderen Tagen sonst. Auch als wir im Spital angekommen sind waren viel weniger Menschen da als üblich und auf der Station mussten wir eine Zeit suchen bevor wir einen Arzt fanden. Der Grund dafür war ein Feiertag nämlich der Independence Day, was man uns natürlich vergessen hat mitzuteilen und wir daher trotzdem zur Arbeit erschienen sind….

Aber eigentlich war es sehr schön, da viel weniger Leute anwesend waren und wir dadurch mehr erledigen konnten. Ein Besonders Highlight war unsere Patientin Beatrice, welche wir nach Hause entlassen konnten. Am Anfang war sie noch sehr verhalten doch im Laufe des Vormittags wurde sie offen und lachte und spielte mit uns.

Zudem wurde uns gezeigt wie man hier Blut entnimmt und zwar meistens femoral (in der Leiste).

Sterilität wird hier etwas vernachlässigt im Vergleich zu unseren Standards.

Am Abend nach getaner Arbeit mussten wir noch weiter arbeiten und zwar musste langsam unser Wäschehaufen wieder gewaschen werden….

Und zwar von Hand mit heissen Wasser und Seife….
Ich glaube ich weiss meine Waschmaschine wieder mehr zu schätzen 😅

Am Dienst war ein weniger schöner dafür lehrreicher Tag.

Am Morgenrapport hat man uns gesagt, dass es zwei Kinder mit Gastroschisis gibt. (Abdominalwand ist bei Geburt nicht vorhanden und die Eingeweide liegen nach aussen frei). Da wir das beide noch nie gesehen haben und es in der Schweiz nicht so häufig vorkommt, dachten wir dass wir es uns einmal anschauen möchten. Auf der Neonatologie angekommen wurde uns dann leider mitgeteilt, dass eines der Babys gerade verstorben sei. Der Pfleger hat uns dann aber in einen Raum gebracht und uns das Verstorbene Kind gezeigt, was für uns beide etwas schockierend war da wir nicht darauf gefasst waren ein totes Kind gezeigt zu bekommen. Somit haben wir heute unser erstes totes Kind gesehen. Das tragische daran ist, dass Kinder bei uns mit diesem Krankheitsbild eine Überlebenschance von über 90% haben und hier eigentlich alle sterben, da sie nicht operiert werden.

Am Nachmittag haben wir trotz dem für uns einschneidenden Erlebnis noch etwas schönes unternommen und zwar waren wir afrikanische Stoffe kaufen. Aus diesen Stoffen lassen wir uns nun Kleidungsstücke schneidern.


Die Entscheidung ist uns extrem schwierig gefallen, da sich solche Stoffläden aneinander gereiht haben mit unterschiedlichsten Stoffen….
Wir sind nun gespannt auf unsere Kleidungsstücke—> Fotos folgen dann 🙂